Zur Geschichte des Hochgrundhauses und des Von-Halfern-Parks

"Unser" Hochgrundhaus ist nicht die erste Bebauung an dieser Stelle. Schon im 16. Jahrhundert wird ein "Groutenhof" erwähnt. 1870 kauft des Essener Tuchfabrikant Gustav von Halfern (1821-1893) in Burtscheid eine Tuchfabrik, ein Stadtwohnhaus und 1,5 km vor der Stadt eine Sommerwohnung , den Groutenhof. Vielleicht war es "die hübsche Rundsicht zur Stadt hin" , die ihn zum Kauf veranlasste. Der Groutenhof bestand aus einem kleinen, einfachen Wohnhaus, nur zum Aufenthalt für wenige Tage gedacht. Weit umfangreicher waren die Wirtschaftsgebäude mit einer Gärtnerwohnung, umfangreichen Stallungen und Werkstätten, einer zweistöckigen Remise mit Kutscherwohnung, Einfahrt mit Löwen und einer Backsteinscheune auf der anderen Straßenseite. Bald wird das bescheidene Sommerhaus zu klein und Gustav von Halfern veranlasst verschiedene Anbauten und 1871 den Neubau eines Landwirtschaftlichen Gebäudes, das nach dem Tod Friedrich von Halferns an die Familie Johnen verpachtet wird. 1875 stirbt Gustav und sein Sohn Friedrich (1849-1908) erwirbt das Gut. Er kauft viele Ländereien, Obstwiesen Weiden und Wald hinzu. Sein Besitz erstreckt sich bald vom Preussweg bis zur Eupener Straße. Wieder wird an das Sommerhaus angebaut für die größer werdende Familie, Friedrich und Helene von Halfern und die beiden Kinder Carl und Else. Es entsteht das westliche Turmzimmer. Heute noch sieht man die Jahreszahl 1882 unter dem Fenster der ersten Etage. Einige Jahre später beschließt Friedrich von Halfern, mit seiner Familie ganz auf Hochgrundhaus zu wohnen. Aber die Bausubstanz des alten Hauses ist morsch und nicht zum dauernden Aufenthalt geeignet.

Das alte Haus wird bis auf das Turmzimmer niedergelegt und Friedrich von Halfern beauftragt den Architekten H. J. Hürth, ein neues, prächtiges Landhaus zu bauen. Mit seinen beiden Türmen, der reich verzierten, neobarocken Fassade, einem Mittelrisalit mit Türmchen und einem Portikus mit zwei Säulen gleicht es einem Schloss und ist so auch ein Statussymbol des industriellen Unternehmertums des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Friedrich beaufsichtigt die Bauarbeiten oft selber und wohnt dann in dem Turmzimmer oder im angrenzenden Pächterhaus. Das Pächterhaus wird mit einem Bogengang mit dem Herrenhaus verbunden. 1892 im Herbst ist das Haus fertig. Gustav von Halfern lässt um das Haus herum einen Park anlegen. Gleichzeitig mit dem Baubeginn des neuen Hauses beauftragt Friedrich von Halfern den Aachener Stadtgärtner Grube, den Park zu vergrößern und nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten auszubauen und entsprach damit den Ideen seiner Zeit. Friedrich ist ein leidenschaftlicher Baumliebhaber. Er gründet einen Tannengarten, in dem die Gärtnerin Clara aus seltenen und auch exotischen Samen Bäume zieht, die in den Park gepflanzt und auch bis nach Berlin hin verkauft werden.